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Vientiane, 28.08.06 Drucken E-Mail

Sabai dii !

Die 240 Km von Jinghong bis an die Laos Grenze war ein Genuss! Nach Kilometer langen Reis, Ananas, Bananen und Rubbertree-Plantagen, schoenen Schmetterlingen in allen Farben und vielen netten Leuten verabschiedeten wir uns nach 85 Tagen von China. IT WAS AN AMAZING TIME
Seit 2 Wochen sind wir nun in Laos, the Jewel of the Mekong, the land of smiling, oder besser, cyclists paradise!
Und wie man in Laos sehr schnell und einfach mehrfacher Millionaer werden kann, verraten wir euch in diesem Bericht.....


Wir radeln noch einige Km dem Mekong entlang, bevor er dann in eine andere Richtung fliesst.
Auf ihn treffen wir dann in Laos wieder, dies per Boot kurz vor Luang Prabang.... .Aber mehr dazu spaeter.
In Ganlanba wollen wir in einem traditionellen Dai Haus uebernachten und werden auch schnell fuendig. Eine nette Familie vermietet ein Zimmer und ist sehr fuer unser Wohl besorgt. Es wird genagelt und gehaemmert, damit das Moskitonetz noch aufgehaengt werden kann. Zu essen gab es Gemuese, den groessten Teil davon kannten wir nicht. Irgend ein Kraut aus dem Tschungel, welches jedoch herrvoragend schmeckte..... Auch der Stamm von Bananenbaeumen schmeckt ausgezeichnet!! (Roger, lass meinen Bananenbaum im Buero in Ruhe!!)  :o)
Geschlafen wird auf duennen Matratzen auf dem Fussboden. Die Haeuser stehen auf Pfaehlen, geschuetzt vor der grossen Feuchtigkeit und vor allfaelligem Hochwasser. Unter dem Haus laufen Huehner und sonstiges Gefieder frei herum.

Auf einer kleinen Ueberlandstrasse ging es am naechsten Morgen weiter, vorbei an einer wunderschoenen Kulisse von dichtem Tschungel bis kitschig gruenen Reisfeldern. Dank vielen kleinen Huegeln (500-1400m) durften wir noch einmal ein Hauch Himalaya spuehren....   :-)

Am Strassenrand werden frischgepflueckte Bananan, Ananas, Mangos, Kokosnuesse etc. verkauft. Und die schmecken...., ein Traum. So eine saftige Ananas ist bei diesem durstigen Wetter einfach genial. Wir haetten fast bei jedem Stand (ca. alle 10Km) anhalten koennen. Eine Ananas, frisch gepflueckt, geschaelt und geschnitten kostet gerade mal 1 Yuan. (CHF 0.25 !! ) An einem Stand drueckte sie uns noch 2 Ananas zusaetzlich in die Hand. Als wir diese bezahlen wollen meinte sie; nein nein, diese seien ein Geschenk von ihr, wir fahren ja Rad und brauchen die sicher noch... Mit 2 Ananas im Bauch und 2 in den Saggoschen gings dann wieder weiter.

Am 4. Tag planen wir die China/Laos Grenze zu erreichen um am naechsten Morgen frueh in Laos zu sein. Bisher hatten wir immer Glueck und es regnete erst, als wir schon  im Hotel waren oder waehrend der Nacht. Aber an diesem Tag regnete es nur 1x. In der Hoffnung, irgendwann kommt die Sonne, starteten wir..... ziemlich nass und aufgeweicht kamen wir abends in Mohan an. Die Regenmenge, so erfahren wir spaeter, war  ungewoehnlich. Im Norden von Laos ueberschwemmen an diesem Tag mehrere Strassen und 3 Leute ertranken in den Fluten eines Flusses.
Am Abend gabs noch ein letztes, chinesisches Nachtessen.
Und das heisst:
- Sie kein englisch >  wir (fast) kein chinesisch,
- Menukarte in  版权所有, > wir ???
Also, wir in die Kueche und mit dem Finger "this, and this and this... and Mi fa (Reis) " Und so kam das immer sehr gut.....
Am naechsten Morgen fuhren wir zum 100m entfernten China border. Das 90Tg. Visum haben wir ziemlich gut ausgeschoepft. Ohne Probleme und einem letzten "sei tschan" (good bye) zum Zoellner gings weiter zum Laos Zoll.
Die freundlichkeit der Laoten spueren wir bereits bei den Zoellnern. Alle waren sehr relaxed und freundlich. Entgegen unseren Informationen erhalten wir statt dem 15 Tg. ein 30 Tg. Visum. Genial, so muessen wir nicht in 2 Wochen nach Vientiane stressen.....
Wir aendern spontan die Route und machen einen Abstecher nach Luang Namtha im NW von Laos.

Wovon uns alle Radfahrer vorgeschwaermt haben, bestaetigt sich schon auf den ersten Kilometern. Leeeeere Strassen, kaum Verkehr, kein gehupe. Ein Traum fuer uns Velofahrer. Am ersten Abend haben wir bereits muede Arme vom vielen winken. Zum Glueck konnten wir diese Muskeln in Kirgistan schon etwas antrainieren....
Als wir in Luang Namtha ankamen, hat zum Glueck die Bank noch offen. Wir brauchen ja noch Laotische Kip. Wir wechseln USD 200.- traveller checks und erhalten dafuer etwas mehr als 2'000'000 Kip. Der Bankangestellte laechelt und meinte nur: "And now you are a millionaire"  !
Ja, so einfach geht das hier....  :o)
Laos ist knapp 6x so gross wie die CH, hat aber gerade mal 6 Mio. Einwohner. Und mit USD 200 kommt man hier sehr weit.
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Hier einige Beispiele :
Local meal          = CHF 1
Bier 0.640ml       =  CHF 1
1 Doppelzimmer = CHF 3-7
1h Massage        =  CHF 5 
Fruchtshake       =  CHF 0.70
1Kg Waesche
waschen            =  CHF 0.60
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In Luang Namtha hatte es wieder vermehrt touris. So lernten wir ein Ami aus Las Vagas und 4 Italos aus Milano kennen. War mal interessant zu hoeren wie das so ist wenn man in Las Vegas aufwaechst. Die Italos waren auch cool, sie trafen wir spaeter in Luang Prabang noch einmal.
Nach einem extra Tag ging es dann wieder 30 Km zurueck auf der selben Strasse die wir gekommen sind, dann weiter Sued-oestlich nach Na Mo, einem sehr kleinen Doerfchen mit immerhin 2 Unterkuenften. Der Besitzer von unserem Guesthouse spricht gut englisch und bei einem kuehlen Beerlao erzaehlt er uns viel ueber das Leben in Laos.

In jedem Dorf welches wir jeweils durchqueren, rennen die Kinder an den Strassenrand um uns zu winken und mit einem strahlenden Lachen "Sabai-dii" zu rufen. Die Einen strecken die Arme weit aus um mit uns die Haende abzuklatschen. Wir begannen jeweils vor den Doerfern das Tempo zu verlangsamen da die Kinder richtig traurig waren wenn sie zu spaet am Strassenrand standen. 

Loatisch ist im Gegensatz zum chinesisch bedeutend einfacher. Vorallem wird nicht so auf die Betonung geachtet und so verstehen sie uns, auch wenn wir die Woerter nicht 100% korrekt aussprechen.
Hier eine kleine Lao lektion :
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Sabai-dii         =  Hello, Good morning, good afternoon, good evening
Sabai-dii baw  =  How are you ?
Sabai-dii         =  I'm fine !
Sabai-dii         =  Good bye
Mit Sabai-dii kommt also schon sehr weit.... Zwinkernd
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Wir entscheiden uns von Udumxai noerdlich nach Muang Khua und per Boot (groessere Kokosnussschale mit Motor) nach Muang Ngoi zu fahren. Auf einmal wurde es jedoch schwarz vor uns, ein Gewitter war im anzug. Also gas geben um noch ins naechste Dorf zu gelangen. Aber es war bereits zu spaet. Wie eine Wand die auf uns zukam goss es ploetzlich wie aus Kuebeln. Wir standen unter einen Baum und zogen die Monsun Ausruestung an. Bald regnete es auch unter dem Baum hefig und ich sah wie es vor uns wieder etwas heller wird. Also weiter, nass waren wir ja eh schon. Wir fuhren keine 500m, als der Regen abrupt aufhoerte und die Sonne bereits wieder schien. Wir behielten die Regenkleider noch ein wenig an und verstauten sie anschliessend wieder furztrocken in der Tasche.

Als wir in Muang Khoua ankommen hiess es das morgen ein Boot nach Muang Ngoi gehe. Das waere ja ein super timing. Die Abfahrszeiten die sie uns angaben varieren zwischen 7-10 Uhr. Also gingen wir um 7 Uhr runter zum Pier. Vor 9 Uhr gehe hier kein Boot hiess es dann auch gleich. Na gut, dann gibts noch ein Kaffee Lao und was zu essen.
In Laos fuehlten wir uns jederzeit viel sicherer als bei uns in Zuerich. Bevor uns etwas gestohlen wird, lassen wir es eher liegen. So war es dann auch.... Auf einmal kam der Besitzer des Guesthouses in dem wir uebernachteten mit dem Roller angeflitzt und brachte uns die Stirnlampe, welche wir im Zimmer liegen gelassen haben. Ja, sowas gibts noch.....
Um 9 Uhr ging immer noch kein Boot. Es sei ausser uns 2 niemand und wir muessen das ganze Boot fuer USD 60.- (fuer 4h Boot fahren) mieten. Nach zaehen verhandlungen ging es dann mit 1 Tonne Backsteinen (!) im Boot Flussabwaerts....  Es war eine traumhafte Fahrt und mal eine Abwechslung zum radeln. Waehrend wir in Muang Ngoi die Raeder aus dem Boot laden kommt gleich einer auf uns zu. Es war Peter, ein toller Englaender unterwegs von Japan nach U.K., alles per Rad.... Wir trafen uns zum Abendessen und hatten mit ihm natuerlich viel mehr zu diskutieren als mit jedem anderen Touri. Da er nach China geht koennen wir mit ihm auch gleich die Reisefuehrer austauschen.
Am naechsten Tag wandern wir zu den naheliegenden Hoehlen, baden in einem Fluss und relaxen in den Haengematten. Wieder per Boot gings dann weiter Flussabwaerts nach Nonghkiea, wo wir eigentlich eine Nacht bleiben wollten um dann am naechsten Tag nach Luang Prabang zu radeln. Da es genug Leute fuer ein Boot hat, aendern wir den Plan und schliessen uns an. Kurz vor Luang Prabang fliesst der Nam Ou in den Mekong, welcher seit China bedeutend groesser geworden ist. Der Mekong ist uebrigens der 12. laengste und in Bezug auf die Wassermenge 10. groesste Fluss der Erde.

In Luang Prabang hat es schoene Tempel, feine Sandwiches und viele Touristen. Im Guesthouse treffen wir einen ca. 43 jaehrigen Fruehrentner (mit 35!!) aus Deutschland. Er hat sich in Bangkok fuer USD 200 ein MT Bike gekauft und radelt seit ein paar Monaten mit einem Tagesbudget von EUR 5 uebergluecklich durch Thailand und Laos. Er warnte uns vor den hohen Paessen auf der Strecke nach Vang Vieng, der hoechste, so meinte er, sei bestimmt ueber 2300m. Wir wussten bereits das es ein paar Hoehenmeter geben wird und der hoechste Huegel ca. 1400m betraegt. Es war trotzdem lustig mit ihm zu quatschen und das Reisen per Rad findet er "ja irgendwie sowas vom groessten"  :o)

Nach ein paar ruhigen Tagen in Luang Prabang nahmen wir dann die mords Paesse in Angriff..... Von 300 auf 700m, dann wieder runter auf 300, dann auf 1400 und wieder runter etc. Am ersten Abend hat es kein Guesthouse weit und breit, also suchten wir eine wasserdichte Bambushuette, spannten das Moskitonetz auf und kochten wieder einmal Chrigis special noodels.... es war genial, mitten im Tschungel. Waehrend der Nacht hoeren wir unzaehlige, unbekannte Geraeusche.

Lebende, groessere Tiere haben wir in Laos nicht viele gesehen. Und wenn es etwas negatives ueber Laos zu berichten gaebe so ist es, dass die Laoten wie die Chinesen alles essen. Mit Machete, Pfeilbogen, Messer, Gewehr oder von Hand wird alles gejagt was irgendwie essbar ist. Und das ist eigentlich alles..... Hunde, Katzen, Eichhoernchen, Ratten, Kaefer, Grasshopper, Fledermaeuse um nur ein paar Tiere zu nennen.
Am naechsen Tag regnet es viel. Patschnass kommen wir im einzigen Guesthouse von Muang Phou Khoun, auf 1450m, an. Da es am naechsten morgen wieder regnete, zogen wir die immer noch nassen Kleider gleich wieder an. Nach 1h drehte das Wetter und es wurde schoen und heiss. Die Kleider blieben aber nass, erst vom Regen, dann vom Schweiss...und wie sie rochen koennt ihr euch vorstellen...  Verschwiegen

Dieser Tag war einer der schoensten in Laos und vorallem landschaftlich traumhaft. Tschungelmaessige Waelder, knallgruene Reisfelder und unzaehligen kleinen Doerfer. Wieder rannten die Kinder scharenweise an den Strassenrand nur um uns winkend ein "sabai dii" mit einem big smile mit auf den Weg zu geben. Sie brechen einem jedesmal beinahe das Herz. Haende abklatschen finden sie mega lustig. Wir drehen oft 2-3 mal um und klatschen mit den 5-10 in einer reihe stehenden Kinder noch einmal ab. Sie koennten dies den ganzen Tag machen, uns tun irgendwann die Haende weh....   :o)
Wir liessen uns an diesem Tag viel Zeit und kamen erst spaet in Vang Vieng an.
Vang Vieng ist wieder ein richtiger Backpacker spot. Die Hauptbeschaeftigung der meist sehr jungen low budget travellers besteht aus: essen, Filme in TV Bars schauen, Kiffen, Bier trinken und tubing, dem Anstrengensten der oben genannten.
Tubing = sich in einem alten Traktorschlauch den Fluss hinunter treiben lassen und bei jeder Bar auf dem weg ein Bierchen kippen. Bekifft sind sie meistens schon vorher..... Wir wollten dieses tubing auch mal ausprobieren, haben es dann aber neben; laotisch lernen mit einer netten Pancake Verkaeuferin
, Velotouren zu den naheliegenden Hoehlen und im immer spannenden Markt rumschnueffeln nie hingekriegt. Es soll aber gemaess einem Kanadier “great fun” sein….
Die Einheimischen scheinen dies zu akzeptieren, auch wenn sie, so sind wir uns sicher, nicht wirklich begreifen, warum die Maedels halbnackt (im Bikini) und mit einem Reifen unter dem Arm durch ihr Dorf torkeln.
Die Landschaft um Vang Vieng ist sehr schoen. Umgeben von riesen Kalkstein Felsen und unzaehligen Kalkstein Hoehlen zum erforschen. In einer davon drehen wir nach 1 Km um, sie waere noch 2 Km weiter gegangen…
Ein gediegenes Plaetzchen hier in Vang Vieng, mal schauen was daraus wird…

Knapp 200 Km gehts noch bis Vientiane, der Hauptstatt von Laos. Wir planen ca. 100 Km zu einem Hotel direkt am Ang Nam Ngum See. Aber da kommen wir leider nie an. Das Navigationssystem der Marke “Chrigi” versagt nach knapp 5000 Km zum ersten mal. Wir verpassen einen Abzweiger und landen an einem Fluss, wo die Strasse zu ende ist. Wir muessen zuerst fragen wo wir ueberhaupt sind und sehen dann auf der Karte sehr rasch wo wir falsch gefahren sind. Zum Glueck war es nicht die komplett falsche Richtung. Fuer CHF 0.70 (2 Pers. + 2 Velos) lassen wir uns mit einer Faehre auf die andere Seite des Flusses bringen und finden nach ein paar mal rumfragen eine Unterkunft im naechsten Dorf. Dafuer war es dann am naechsten Tag nicht mehr so weit und nach gemuetlichen 68 Km kamen wir dann in Vientiane an.
Fuer eine Hauptstadt ist es hier immer noch sehr angenehm und uebersichtlich. Es hat ein paar schoene Tempel zum anschauen und der Sonnenuntergang am Mekong ist traumhaft.

Ihr fragt euch sicher wohin wir nun als naechsten Radeln….. tja, mit dieser Frage mussten wir uns in den letzten Tagen auch viel beschaeftigen. Wir haben noch knapp 6 Wochen zeit und moechten diese moeglichst gut einteilen.

-
Vientnam, waere sehr nahe und bestimmt ein sehr interessantes Land
- d
er sueden Laos soll auch genial sein, und die Leute waren ja so nett hier, also warum nicht in Laos bleiben
- d
ies koennte man mit den Ankor Wat Tempeln in Kambotscha verbinden
- oder ueber den Mekong und in den suedenThailands,  zum Schluss noch etwas Beach und Tauch Ferien machen, von dem haben wir im Zelt in Tibet bei minus Temperaturen doch immer gesprochen
- wie waer
Myanmar, soll auch extrem schoen und noch sehr untouristisch sein
- oder sonst irgendwo noch ein bisschen Beach Ferien machen....


Es war wirklich nicht einfach..... uns nimmt natuerlich wunder was ihr denkt, in welche Himmelsrichtung wir fahren werden und in welchem Land wir die meiste Zeit dieser 6 Wochen verbringen werden. Wir haben eine Umfrage gemacht, also nichts wie los und abstimmen.

Machets guet und bis bald us.....
Tanja and Chris











 











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